Geisternetze

Der Begriff Geisternetz ist im Bereich Naturschutz, Umweltschutz und Schutz der Meere allgegenwertig. Aber was sind diese Geisternetze und aus welchen Gründen gefährden diese Umwelt und Meeresbewohner?

Geisternetze werden Fischernetze, Schnüre, Angelleinen etc. genannt die in unseren Ozeanen herumtreiben bzw. sich am Meeresgrund oder Wracks verfangen und dort verbleiben. Ca. 10-30% des gesamten Plastikmülls in unseren Weltmeeren besteht aus Fischernetzen, somit ca. 700.000 Tonnen. Fischernetzte werden seit ungefähr 60 Jahren nicht mehr aus natürlichen Stoffen sondern aus Kunststoff wie Polypropylen hergestellt. Aus diesen Kunststoffnetzen können sich kleinste Partikel der Fasern lösen und werden über die Nahrung der Tiere wieder aufgenommen. Fischernetze aus Kunststoff bzw. synthetischen Fasern benötigen nach Schätzungen 400-600 Jahre zum Abbau und zersetzen sich nach und nach in Mikroplastik. Die Netze sind zudem eine Gefahrenquelle für die Meeresbewohner. Diese können sich in den Netzen verfangen, können sich nicht mehr alleine befreien und verenden dort. Die Kadaver wiederum locken Räuber an, die die verendeten Tiere teilweise mit den Netzen auffressen oder sich selbst verfangen. Auch Seevögel können sich in den Netzen verfangen, teilweise sogar bei Benutzung dieser Netzfetzen zum Nestbau.

Aber wie kommen die Netze in unsere Meere? Geisternetzte gehen während des Fischfangs oder bei Sturm verloren. Ebenso werden kaputte Netze und Leinen auf See entsorgt und gelangen so bewusst in unsere Ozeane. Laut EU-Gesetzt müssen verlorengegangene Netzte theoretisch geborgen werden bzw. muss der Verlust gemeldet werden. Leider fehlen hier die Mittel um die Meldung und/oder Bergung zu koordinieren und überwachen.


In unterschiedlichsten Unternehmen und Organisationen wird an zahlreichen Fragestellungen aktuell aktiv geforscht, z.B. am umweltfreundlichen Orten und Bergen dieser Geisternetze, an neuen Materialien für Fischernetze oder am Recycling bzw. der Wiederverwertung der Materialien. Im Januar 2020 hat z.B. der WWF eine App vorgestellt mit Hilfe dieser Fundorte von Geisternetzen gemeldet werden können. Einige für mich sehr informativ und sinnvoll klingende Projekte (ohne Gewähr auf Vollständigkeit) sind im Folgenden genannt:

Nachtrag 24.12.2021: Der fleißige Weihnachtsmann hat mir eine „Patenschaft zur regelmäßigen Bergung von Geisternetzen um Rügen“ vom GRD gebracht. Tolles und vor allem wichtiges und nützliches Geschenk.

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